Historie


Im Alter von elf Jahren...

1959-2017

Wir wohnten auf dem Land und bei uns zu Haus gab es schon immer landwirtschaftliche Nutztiere verschiedener Arten. Ich besaß im Alter von elf Jahren meine ersten Tauben. Den Taubenschlag habe ich selbst gebaut. Diese hatten natürlich nach ein paar Wochen Junge im Nest. Das war wohl die Initialzündung schlechthin für meine weiteren Ambitionen in der Vogelhaltung.

Als ich ein paar Jahre später wegen meiner Ausbildung in die Stadt gezogen bin, es war im Zentrum von Hannover, war das Thema Taubenhaltung natürlich beendet.

Der Wehrdienst

1969/70 leistete ich in Göttingen meinen Wehrdienst und da hatte ich den unwiderstehlichen Wunsch wieder "Feder-Tiere" halten bzw. züchten zu wollen. Aber was kam da in Frage?

Es mussten kleine befiederte Freunde sein, denn in der Stadt gab es keine anderen Möglichkeiten. Ich hatte viel Zeit in Göttingen und suchte Kontakt zu einem Vogelzüchter. Ich lernte Walter Albrecht kennen. Er züchtete Kanarien. Allerdings Gesang und kupferrote Farbenkanarien. Also was lag da näher. Ich besuchte Herrn Albrecht ein bis zweimal pro Woche und stillte so meinen Wissenshunger über die Kanarienzucht.

Kanarien

Es sollten Gesangskanarien werden. Ich wurde am 1.12.1969 im DKB-Verein „Kanaria 1897 Hannover Linden“ neues Mitglied.  Ich züchtete zwei Jahre Gesangskanarien. Das war wohl noch der Findungsprozess. In dieser Zeit lernte ich weitere Züchter und andere Rassen kennen. Ich verliebte mich in die anmutigen Gloster, die ich dann einige Jahre gezüchtet habe. Meinen Zuchtstamm Gloster hatte ich damals vom mehrmaligen deutschen Meister Josef Schmeing aus Bocholt.

Mittlerweile bin ich aufs Land nach Bad Münder am Deister in das schöne Weserbergland gezogen. Ich hatte dort einen Zuchtraum von ca. 12 qm. Wie das im Leben so ist, kam der Wunsch, mit 24 Jahren ein eigenes Haus zu bauen. Da ich handwerklich nicht unbegabt war (Taubenschlag), stand für mich fest, mein Haus baue ich selber. Mit selber, meinte ich natürlich auch selbst. Zumindest alle Maurer- und Betonarbeiten und was man sonst noch so alles selbst machen kann.

Handwerkliche Erfahrung hatte ich allerdings auf diesem Gebiet noch nicht. Ich habe mir aber gesagt, was man wirklich will, dass kann man auch. Habe mir viel Grundwissen über entsprechende Literatur angeeignet und dann war da noch Günther, ein Maurer, der sein Haus auch allein baute. Da war ich dann restlos überzeugt, dass ich das mindestens genauso hinbekomme.

Desaster

Um es kurz zu machen, ich baute vor „Baubeginn“ eine Gartenvoliere mit Unterstand, um meine Gloster darin unterzubringen, damit ich die Vögel während der

Bauphase einfacher versorgen konnte. Mein Bestand waren ca. 100 Vögel. Durch was auch immer, bekam ich die Kanarienpocken in den Bestand. Diese rafften in kurzer Zeit, trotz Notimpfung, fast den ganzen Bestand hin. Dann kam Frust und Aufgabe!

Ich habe nach diesem Desaster alles komplett weggegeben. Punkt. Das war es dann mit der Kanarienzucht.

Ich habe das ganze Jahr intensiv an meinem Wohnhaus gearbeitet und es war wie geplant, zum Jahresende fertig. Jetzt vielleicht das Unbegreifliche. Die ganze Bauphase hat mir so viel Spaß und Freude bereitet, dass ich den Entschluss gefasst habe, nicht in das neue Haus einzuziehen, sondern das Haus sofort zu verkaufen. Der Verkauf hat auch umgehend geklappt. Natürlich mit dem Gedanken, im folgenden Jahr das gleiche zu wiederholen. Das nächste Projekt verschob sich allerdings um ein Jahr und zwischenzeitlich kam der nächste Spätherbst und damit auch die nächsten Ausstellungen. Die Stadtmeisterschaft 1976 in Hannover.

Ich besuchte die Ausstellung und habe auf dieser Schau die Wellensittiche für mich entdeckt. Im folgenden Jahr baute ich mein nächstes Haus, natürlich mit Zuchtanlage für WS. Ich entdeckte dann langsam, das nicht nur die Wellensittiche zu meinem Hobby geworden sind, sondern auch noch der Hausbau. Das Zweite Wohnhaus sollte nicht das letzte bleiben. Es folgten noch einige in meinem Leben.

Der Hausbau nahm neben meinem Beruf viel Zeit in Anspruch, das war aber nicht so kritisch. Wichtig dabei für mich war, dass ich kreativ sein konnte. Entwurf, Planung und Ausführung lag immer in meinen Händen, und obendrein war es ja auch noch sehr lukrativ.

In dieser Phase habe ich auch das Zucht- und Verwaltungsprogramm SHAU-WS-2000 mit einem Geschäftspartner entwickelt aus dem die Weiterentwicklung, dass Programm BirdPerfect hervorging und später in einer neuen Version dann die Bezeichnung DELTA TZ pro erhielt.

Das Ende.

Im Jahre 2002 musste ich meine Zucht mit ca. 290 Tieren aus persönlichen Gründen auflösen und ein großer Teil, über 180 Tiere, gingen geschlossen an den WS-Champion Züchter Richard Kuhr aus Melle, wobei jedes Tier einen aktuellen Abstammungsnachweis über vier Genarationen erhielt. Meine Zucht war zu dieser Zeit ausschließlich auf „Mannes-Linien“ aufgebaut.

Ich war damals davon überzeugt, dass ich keine Vögel mehr züchten würde. Heute sehe ich das ganz anders.

Heute züchte ich meine geliebten Gloster. Habe eine neue Zuchtanlage gebaut (etwas kleiner) und noch einmal einen vielversprechenden Einstieg gewagt. Dieser Neuanfang und alles was dazu gehört, hat mir wieder sehr große Freude bereitet. Auf der Seite "Zuchtanlagen" sehen Sie auch Fotos von meinen Anlagen aus den Jahren 1980-2003.