Management


Der Zuchtaufbau

Für meinen Neueinstieg in die Glosterzucht war es für mich von großer Bedeutung, dass denkbar beste Zuchtmaterial zu bekommen. Ich durfte hier einige Spitzen-Züchter in Deutschland und in den anliegenden Nachbarländern besuchen und konnte bei ausgewählten Züchtern Top-Ausgangsvögel erwerben.

 

Es war aber nicht einfach! Jetzt war es wichtig, die Tiere optimal unterzubringen und für die kommende Zuchtsaison vorzubereiten. Die erste Saison ist immer die Schwierigste. Denn wenn Vögel den „eigenen Stall“ verlassen und in eine neue Umgebung kommen, ist das immer eine kritische Angelegenheit. Vor allem dann, wenn es ein kompletter Neuanfang ist.

 

Es gehört eine Menge Glück dazu, alle Vögel in die Zucht zu bekommen. Das kennt jeder Züchter, dass bei einer Zucht mit erworbenen Tieren immer einige Probleme auftauchen werden. Besonders bei den Hennen. Die Hähne werden immer ihrer "Aufgabe" gerecht, wenn sie gesund sind.

 

Man darf es nicht vergessen: die Hennen sind nun einmal die "Träger" einer Glosterzucht. Eine besondere Aufmerksamkeit und Pflege sind da schon angebracht. Das sind wir ihnen einfach schuldig. Man bedenke, welche Aufgaben vor ihnen stehen.

 

Bei den früheren Gesangszüchter wurden die Weibchen wirklich wie "Stiefkinder" behandelt. Sie bekamen das Futter, welches von den Hähnen übrig geblieben ist und verschmäht wurde. Aber auch in der

Gesangskanarienzucht wird sich das wohl geändert haben. Ab jetzt kann man sagen: nun geht die "Arbeit" richtig los. Bei der Zusammenstellung der Zuchtpaare wird der Grundstein für die kommenden Generationen gelegt. Hier steht Ihnen der Züchter von dem Sie die Gloster bekommen haben, sicher gern mit Rat zur Seite.

 

Das ist einigermaßen schwierig. Man kennt zwar den Phänotyp seiner Ausgangstiere und man hat vielleicht deren Geschwister und Eltern gesehen, aber die tatsächlichen Anlagen der Zuchttiere kennt man eher weniger.

 

Die erste Generation (F1 Generation) wird es an den Tag bringen, mit welchen Verpaarungen man Erfolg hatte und auch mit den Nachkommen in die nächste Runde gehen wird, um hier weitere Fortschritte zu erzielen und um entsprechende Stämme aufzubauen. Aber sich auch von den Tieren zu trennen, die den eigenen Vorstellungen nicht entsprechen.

Hier muss man ehrlich gegenüber sich selbst sein, alles mit sehr kritischen Augen betrachten und abwägen, auch wenn es einem schwer fällt. Im Zweifel lieber gegen den Vogel entscheiden.

 

Wenn man die Glosterzucht ernsthaft betreiben will und ein hoch gestecktes Ziel vor Augen hat, muss man einen konsequenten Weg gehen. Dann wird sich auch der gewünschte und angestrebte Erfolg einstellen. 

Die Frage die offen bleibt ist, wann wird das sein? Wie wir alle wissen, gehört aber auch eine große Portion Glück, Zuversicht und Ausdauer dazu.